„Simulation“ ist nach der VDI Richtlinie 3633 ein „Verfahren zur Nachbildung eines Systems mit seinen dynamischen Prozessen in einem experimentierbaren Modell, um zu Erkenntnissen zu gelangen, die auf die Wirklichkeit übertragbar sind“. Im weiteren Sinne wird unter Simulation das Vorbereiten, Durchführen und Auswerten gezielter Experimente mit einem Simulationsmodell verstanden.

Bei der „Crash Simulation“ handelt es sich um einen physikalischen Versuch, bei dem mittels eines beschleunigten oder verzögerten Prüfschlittens ein hierauf adaptierter Versuchsträger (Fahrzeugkarosserie oder Prüfgestell) den Belastungen eines realen Fahrzeugcrashes ausgesetzt wird. Vorteilhaft ist dabei, dass der Versuchsträger nicht zerstört wird und somit wiederverwendbar ist. Die Crash Simulation ermöglicht somit das Testen einzelner Komponenten oder Systeme, z.B. für die Entwicklung von Rückhaltesystemen.

ACTS verwendet eine hydraulische Einrichtung, mittels der der Prüfschlitten beschleunigt wird. Umgangssprachlich wird dabei auch von „Schlittenversuch“ gesprochen. Die Prüfobjekte können hierfür einzeln oder in der Karosse verbaut getestet werden. Auf diese Weise kann ein aufwändiger Gesamtfahrzeug-Crashtest vermieden und damit Kosten reduziert werden.

Technische Details

Max. Geschwindigkeit:            75 km/h
Beschleunigung:

88 g bei 750 kg

65 g bei 2.000 kg

Schlittenlänge:4.000 mm (teilbar 3.000 mm + 1.000 mm)
Kamerasystem:MacroVis EoSens (1.000 fps bei 1.440 x 1.036 Pixel Vollauflösung)
Variable Beschrickungseinrichtung durch Palettensystem 
Statisches Joying (Winkelverstellung) 
Statisches Pitching

Versuchskonfigurationen

  • Frontalanprall nach DIN ISO, ECE, FMVSS und NCAP Richtlinien – auch für Motorsport
  • Seitenanprall (Pfahl/Barriere) nach ECE, FMVSS und NCAP Richtlinien
  • Heckanprall nach ECE, FMVSS und NCAP Richtlinien; auch Whiplash-Versuche
  • Fahrzeugkarosserie oder Prüfgestell als Versuchsträger möglich
  • Temperierte Versuche (–40°C bis +130°C)
  • Prüfung von Rollstühlen gemäß ISO 7176–19, ISO 10542, ANSI/RESNA WC–19
  • Prüfung von Rückhaltesystemen und Komponenten, z.B. Cockpit, Tür, Sitz, Kindersitz, Dachträger
  • Prüfung von Werkstattwagen, Wohnmobilen und Systemen zur Ladegutsicherung